Folklang

Interkulturelles Musikprojekt

OHNE FESTEN TERMIN | TÜBINGEN
Veranstalter: Folklang

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Gemeinsames Singen und Musizieren Ensemble Workshop

Beschreibung

Ein interkulturelles Orchester mit bis zu 90 Musiker/innen. Sie kommen aus den verschiedensten Kulturkreisen, sie leben in oder um Tübingen. Die Musik, die sie spielen, haben sie selbst mitgebracht. Es sind Stücke aus der Tradition ihres jeweiligen Kulturkreises.

Wenn sich das interkulturelle Orchester FOLKLANG auf der Bühne präsentiert, wird diese ganze Bandbreite sicht- und vor allem hörbar. Aber es ist weit mehr als bloße Unterhaltung: Es ist ein Moment, in dem Menschen verschiedenster kultureller Hintergründe einen gemeinsamen Klang erzeugen und tragen. Jede/r Einzelne prägt diesen gemeinsamen Klang zugleich durch seine Individualität. In der Musik spiegelt sich ein Entwurf des Miteinanders, wo Anders nicht Fremd sein muss. 

Folklang lebt Integration und fördert Teilhabe

Die zentralen Merkmale im Konzept des Projekts sind darauf ausgerichtet einen Raum für Begegnung zu schaffen.

  • Das Erlernen von Musik nach Gehör und ohne Noten ist ein intuitiver, unmittelbarer Weg, auch fremde musikalische Strukturen sprichwörtlich spielend kennen zu lernen.
  • Jede/r Teilnehmer/in kann lernen und lehren: Das Projekt lebt von den Beiträgen der Musiker/innen. Auf diese Weise findet ein Austausch auf Augenhöhe statt.
  • Das Projekt versteht sich als offen und niedrigschwellig, sodass Menschen unabhängig von Kultur, Alter und sozialem Status erreicht werden.

Bisher fremde Menschen lernen sich so in einem ungezwungenen und authentischen Rahmen kennen. Denn die Musik kann helfen, sprachliche wie kulturelle Barrieren zu überwinden. Sie spricht die Emotionen an. Und so bleiben Interkulturalität und Integration bei FOLKLANG keine abstrakten Begriffe – sie werden vielmehr spürbar und emotional erfahrbar. Und das nicht nur bei den Teilnehmer/innen sondern auch beim Publikum, das sie erreichen.

Menschen mit Fluchthintergrund wurden und werden durch Teilnehmende und Mitarbeiter/-innen persönlich und über bestehende Initiativen (Asylzentrum, Jobcenter, Flüchtlingskreise, etc.) angesprochen. Im persönlichen Gespräch wird das Projekt erklärt und zur Teilnahme eingeladen. Die Menschen stellen im Projekt Lieder aus ihrer Heimat vor und bringen sie den anderen Teilnehmenden bei. Sie sind am Arrangieren der Musikstücke und an der Planung von Workshops beteiligt. Die Lieder werden in der jeweiligen Landessprache gesungen und die Moderation bei den Auftritten findet mehrsprachig statt.

Folklang ist erfolgreich

Es funktioniert: Was als Experiment begann, ist stetig gewachsen und auch auf überregionale Aufmerksamkeit gestoßen. Es hat sich eine starke Basis an interkulturellen Teilnehmer/innen gebildet, die sich über das Projekt hinaus auswirkt.

Es kommen wöchentlich im Schnitt an die 40 Menschen aus über 10 Nationen zu den Proben. Es hat sich ein privates Netzwerk unter den Teilnehmenden gebildet und ausgebaut, in dem man sich reihum zuhause trifft, gegenseitige Hilfe bei Behördengängen oder beim Deutschlernen gibt, gemeinsam musiziert etc.. Durch solche vertrauensvolle Kontakte wird Teilhabe am öffentlichen Leben in der Stadt und im Kreis möglich.

Positiv belebend ist der sich im Steigen befindende hohe Migrantenanteil unter den Teilnehmenden, die regelmäßig an den Tunelearning Sessions teilnehmen (im Durchschnitt 39,5%).

Die vorhandenen Ressourcen, die Vernetzung und das Wissen dieser großen Gruppe sind immens hoch und kommen insbesondere den in Tübingen „neuen“ Menschen zu Gute. Da die gegenseitige Akzeptanz in der Gruppe gegeben ist, wird dieses Wissen gerne abgerufen und zur Verfügung gestellt.

Die Teilhabe am öffentlichen Leben im Kreis Tübingen wird insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund aktiv unterstützt. Zum Beispiel übernahm die filmische Dokumentation eines Events im Dezember 2016 ein Syrer mit Fluchthintergrund und im Juni 2017 ein iranischer Student (unterstützt durch eine brasilianische Studentin und einen Syrer mit Fluchthintergrund). Diese Arbeit wurde ehrenamtlich geleistet.

Über zahlreiche Auftritte, sei es beim Tübinger Neujahrsempfang 2016, bei Stadtteilfesten oder Kulturveranstaltungen, wurde zudem eine breite Öffentlichkeit erreicht. Anerkennung fand das Projekt etwa durch einen Integrationspreis der Universitätsstadt Tübingen 2016, den Sonderpreis des Landeswettbewerbs Folk- und Weltmusik 2017 und als Integrationsprojekt des Monats beim BAMF im Mai 2017. 

Unterstützt und geleitet wird das Projekt durch ein pädagogisch wie musikalisch versiertes Team, welches die wöchentlichen Angebote zur Tunelearning-Session, Jamsessions, Workshops und Konzerte, sowie einen nicht zu unterschätzenden konzeptionellen und organisatorischen Aufwand bewältigt. 

Veranstaltungsleitung

Susanne Christel, Kathryn Döhner

Diese Veranstaltung richtet sich an

Alle Menschen mit Interesse an Musik

Folklang Sommerfestival 2017 (Foto: folklang)
Film von Campus TV über das Projekt
Der Mond ist aufgegangen, Sommerfestival 2017
(Foto: folklang)

Veranstaltungsort

Werkstadthaus
Aixerstrasse 72
72072 Tübingen

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Träger

Klangfolk e. V.

Kooperationspartner

Sudhaus Tübingen, Interkulturelle Woche Tübingen, Rottenburg und Reutlingen, Fest der Nationen-Stadt Rottenburg, Agentur für Arbeit Reutlingen, Universitätsstadt Tübingen, StudIT Tübingen, Arbeitskreis KSH, Sunday Jamsession Sudhaus, Stiftung Weltethos Tübingen, Welcome Center der Eberhard Karls Universität Tübingen, Stadtmuseum Tübingen, Tübinger Musikschule, Reutlinger Musikschule, Asylzentrum Tübingen, Campus TV etc. Die Koop-Partner buchen Folklang für ein Konzert und dienen als Multiplikatoren zur TeilnehmerInnengewinnung.