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07. November 2017

Deutscher Kulturrat erinnert an 14 Forderungen zur Bundeskulturpolitik

Für die entscheidende, heiße Phase der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen hat der Deutsche Kulturrat an die 14 Forderungen zur Bundeskulturpolitik erinnert. Kulturpolitik war bereits Thema der Sonderungsgespräche. Unter dem Motto „Freiheit und Vielfalt von Kunst und Kultur und die Stärkung des Kulturstandortes Deutschland“ wurden erste Felder abgesteckt, über die noch gesprochen werden soll. Dazu gehören u.a. die soziale Absicherung von Kulturschaffenden, das Urhebervertragsrecht und das Kulturgutschutzgesetz. Das sind alles sehr wichtige Themen, aber die großen kulturpolitischen Themen wurden bislang noch ausgespart.

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, erinnert in diesem Zusammenhang an seine 14 Forderungen an die neue Bundesregierung.

Kulturpolitik wird in vielen Politikfeldern gestaltet. Es geht:

  • um Fragen der kulturellen Integration als Chance für den gesellschaftlichen Zusammenhalt,
  • um eine zukunftsweisende Handelspolitik unter Berücksichtigung der besonderen Belange des Kultur- und Medienbereiches,
  • um eine Nachhaltigkeitspolitik, die Natur und Kultur zusammendenkt,
  • um die Gestaltung der Digitalisierung als Innovationstreiber,
  • um kulturelle Bildung für alle Menschen aller Generationen,
  • um mehr Geschlechtergerechtigkeit auch im Kultur- und Medienbereich,
  • um eine Anpassung der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik an gerade im Kulturbereich verbreitete hybride Arbeit,
  • um die konsequente Anwendung gesetzlicher Regeln zum Urheberrecht,
  • um die Sicherung, Erschließung, Weitergabe und Unterstützung des kulturellen Erbes,
  • um die dauerhafte Förderung der Welterbestätten,
  • um die Stärkung der Kommunen, damit sie ihrer Verantwortung für Kunst und Kultur gerecht werden können,
  • um die Gestaltung der Kulturpolitik in Europa,
  • um das Weiterdenken der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik und nicht zuletzt
  • um die Stärkung der Bundeskulturpolitik durch die Einrichtung eines Bundeskulturministeriums.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Kulturpolitik auf der Bundesebene ist ein zentrales Politikfeld und deutlich mehr als die wichtige Bundeskulturförderung. Jetzt geht es darum, die Kulturpolitik noch stärker mit den anstehenden gesellschaftlichen Themen wie Integration, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Globalisierung zu verzahnen. Kunst und Kultur sind kein schöner Zusatz, sondern essentiell für die Gestaltung der Zukunft unserer Gesellschaft. Darum müssen jetzt in der heißen Phase der Jamaika-Sondierungen auch diese großen kulturpolitischen Themen auf den Tisch.“

Die kulturpolitischen Forderungen des Deutschen Kulturrates für die neue Bundesregierungen finden Sie hier.

Quelle: https://www.kulturrat.de