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02. Juli 2018

BKM-Preis Kulturelle Bildung zum zehnten Mal verliehen

Am Freitagabend (29.06.2018) ist der BKM-Preis Kulturelle Bildung 2018 durch Kulturstaatsministerin Monika Grütters an herausragende Projekte der künstlerisch-kulturellen Vermittlung im Haus der Kulturen der Welt in Berlin verliehen worden (Aufzählung in alphabetischer Reihenfolge):

Jugend hackt - mit Code die Welt verbessern (bundesweit)

Projektträger: Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade.org - Verein für Medienbildung
„Jugend hackt“ stellt auf modellhafte Weise ethische Fragen in das Zentrum einer kulturpolitischen Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung. In bundesweiten Workshops und Konferenzen entwickeln programmier- und technikinteressierte Jugendliche Prototypen, erfinden Programme und tüfteln an Ideen für ihre Vision einer besseren Gesellschaft. Neben aktuellen Themen rund um digitale Kommunikation, Fake News oder Datensicherheit geht es um zentrale gesellschaftspolitische Herausforderungen. Das Projekt ist zukunfts-weisend und innovativ: es verbindet idealtypisch Medienkompetenz mit kultureller und politischer Bildung.

KorresponDanSe (Baden-Württemberg)

Projektträger: Kunstschule Offenburg
Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und junge Geflüchtete tanzen kreativ vereint auf der Passerelle de Deux Rives - einer Brücke, die die Städte Kehl und Straßburg verbindet. Während Einheimische problemlos die deutsch-französische Grenze auf der Brückenmitte überqueren können, ist dieses für Geflüchtete nicht möglich. Durch die spielerische Form des Tanzes macht das Projekt auf berührende Weise augenfällig, wie unterschiedlich Menschen Grenzen erleben. Die kreative Bearbeitung dieser vielschichtigen und im heutigen Europa doch alltäglichen Thematik hat die Jury überzeugt.

Stranger than - Aus Nachbarn werden Fremde (Bayern)

Projektträger: Spielen in der Stadt e.V.
Für das Projekt kamen so unterschiedliche Träger wie Spielen in der Stadt e.V., eine Münchner Mittelschule, das NS-Dokumentationszentrum und die KZ-Gedenkstätte Dachau zusammen. 22 Jugendliche aus neun Nationen setzten sich ein Jahr lang intensiv mit verschiedenen Aspekten der NS-Zeit auseinander und entwickelten mit künstlerischen Mitteln eine Performance und Präsentation ihrer Rechercheergebnisse. Diese Annäherung an Themen historischer und gesellschaftspolitischer Relevanz mit den Mitteln von Tanz und Theater, mit Sprache und Körper überzeugte die Jury, die darin einen beispielhaften und zukunftsweisenden Ansatz in der Geschichtsvermittlung und Erinnerungsarbeit mit Jugendlichen und Migranten sieht.

Monika Grütters würdigte das Engagement und den Enthusiasmus aller Beteiligten: „Allen nominierten Projekten ist gemeinsam, dass sie mit den Mitteln der Kunst und Kultur Menschen und Lebenswelten verbinden, die im Alltag oft nur wenige oder gar keine Berührungspunkte haben. Städtische und ländliche Räume, Geschichte und Gegenwart, kulturelle und politische Bildung, Migranten und Einheimische oder Menschen mit und ohne Behinderung treffen so aufeinander. Der Umgang mit den digitalen Medien gehört dabei vielfach ganz selbstverständlich mit dazu: in einem Doppeldeckerbus, der Kunst und Digitaltechnik in die sächsische Oberlausitz bringt, bei der Entwicklung einer Game-App, die die Geschichte eines Kulturzentrums in Hannover erlebbar macht und auch mit dem Projekt ‚Jugend hackt‘, in dem Medienkompetenz und Kulturelle Bildung Hand in Hand gehen. Solche Projekte, solchen Elan und solche Leidenschaft für unser Zusammenleben brauchen wir mehr denn je.“

Monika Grütters weiter: „Kulturelle Bildung ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe und zu gesellschaftlichem Zusammenhalt. Deshalb zeichnen wir mit dem BKM-Preis Kulturelle Bildung seit zehn Jahren all diejenigen aus, die sich mit Begeisterung und Begeisterungsfähigkeit der kulturellen Bildung verschreiben. In jedem Jahr wurden rund 100 Vorschläge eingereicht - so haben wir also in den vergangenen zehn Jahren rund 1000 Projekte gesichtet, die alle auf beeindruckende Art und Weise dafür stehen, welch bedeutende Arbeit in der Kulturellen Bildung in Deutschland geleistet wird. Sie setzen sich mit den gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen unserer Zeit auseinander und bauen dabei auf die verbindende Kraft der Kultur.“

Außerdem waren für den BKM-Preis Kulturelle Bildung 2018 nominiert: DIE HEILANSTALT, Hamburg (Kulturagenten für kreative Schulen HH Conecco gUG und Winterhuder Reformschule Hamburg), Fabmobil - Ein fahrendes Kunst- und Designlabor für den ländlichen Raum, Sachsen (Constitute e.V.), janz schöön anders - Filmlabs und Wettbewerb für Inklusion, gegen Ausgrenzung, Berlin (Verein für inklusive Medienbildung e.V.), Mensch, willkommen! Berlin (GRIPS Werke e.V. und Jugendliche ohne Grenzen), Neue Unternehmer braucht das Land! Brandenburg (neue Bühne Senftenberg und Wilske, Simoneit & Friends), Pavillon Prison Break - das Gaming-Projekt! Niedersachsen (Kulturzentrum Pavillon/Bürgerinitiative Raschplatz e.V.), Sitcom Opera, Berlin (junge norddeutsche philharmonie e.V.).

Insgesamt waren zehn Projekte aus dem ganzen Bundesgebiet nominiert. Die drei Preisträger erhalten jeweils 20.000 Euro für ihre Projektarbeit, die anderen Nominierten erhalten eine Anerkennungsprämie von jeweils 5.000 Euro. Der Preis wurde 2018 zum zehnten Mal vergeben. Mit dem Preis honoriert die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien jedes Jahr bundesweit modellhafte Projekte der künstlerisch-kulturellen Vermittlung. Er wird von der Stiftung Genshagen organisiert und inhaltlich gestaltet. Im Schlosspark Genshagen stellten die nominierten Projekte sich und ihre Arbeit am Tag der Preisverleihung vor.

Quelle: http://www.bundesfinanzministerium.de